Was ist Rechtswissenschaft?


Rechtswissenschaftliche Fakultät

Die Kölner Rechtswissenschaftliche Fakultät ist eine der traditionsreichsten und größten in Deutschland. Schon bei ihrer Gründung im Jahre 1388 stellte sie eine Besonderheit dar, da sie als erste Fakultät von Anfang an neben dem  kanonischen (kirchlichen) Recht das römische Recht lehrte.

Lehre und Forschung sind auch heute noch breit gefächert: von den Grundlagen des Rechts bis in alle gesellschaftlich relevanten Bereiche. Das reichhaltige Forschungsspektrum unserer Fakultät spiegelt sich unter anderem in der Vielzahl von spezialisierten Instituten mit besonderen Forschungsschwerpunkten (z. B. Medizinrecht, Arbeits- und Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Ostrecht) wider.

An der Fakultät lehren renommierte, vielfach in ihrem Gebiet deutschlandweit führende Professorinnen und Professoren sowie eine große Zahl  hervorragender Lehrbeauftragter aus Wirtschaft, Justiz und Verwaltung. Sie garantieren eine engagierte, methodisch moderne Lehre und eine ausgeprägte Praxisnähe der juristischen Ausbildung. Kölner Studierende werden so bestens auf den vielfältigen juristischen Arbeitsmarkt vorbereitet.

Ein weiteres Markenzeichen der Kölner Fakultät ist ihre internationale Ausrichtung. Zahlreiche Partnerschaften, Kooperationen und Austauschprogramme mit ausländischen Fakultäten ermöglichen den Studierenden, während ihres Studiums Kenntnisse und Erfahrungen im internationalen Recht zu sammeln. Die Fakultät bietet zudem erfolgreiche binationale Studiengänge (deutsch-französisch, deutsch-englisch, deutsch-türkisch und deutsch-italienisch) sowie einen Master-Studiengang für ausländische Juristen an.

Darüber hinaus umfasst ihr Angebot verschiedene interdisziplinäre Studiengänge mit der Philosophischen Fakultät, wie z. B. die Studiengänge „Rechtslinguistik“ oder „Medienwissenschaft“. Spezialisierungsmöglichkeiten für fortgeschrittene oder schon praktisch tätige Juristen eröffnen z. B. die Master-Studiengänge „Wirtschaftsrecht“ und „Unternehmensteuerrecht“.

Studierende, die sich für ein Studium an unserer Fakultät entscheiden, erwartet eine von Anfang bis Ende qualitativ hochwertige Ausbildung. Ein mit Unterstützung des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft eingerichtetes Kompetenzzentrum für juristisches Lernen und Lehren unterstützt unsere Bemühungen, angehenden Juristen ein sinnvoll aufgebautes, in überschaubarer Zeit gut studierbares, wissenschaftlich vertieftes und gleichzeitig praxisorientiertes Studium zu bieten. Mit Hilfe des neuen Programms „Recht aktiv“ werden sie vom ersten Semester bis zum Examen mit vielfältigen Angeboten durch das Studium begleitet. Besonders wertvoll ist der fakultätseigene Examens- und Klausurenkurs, der eine kostenfreie Vorbereitung auf die staatliche Pflichtfachprüfung mit realitätsnahem Klausurentraining ermöglicht. Die Fakultät fördert außerdem die Teilnahme an internationalen Wettbewerben. Hier sind die bei den jährlich stattfindenden „Moot Courts“ (simulierte Gerichtsverfahren) teilnehmenden Studierenden unserer Fakultät regelmäßig sehr erfolgreich.

Die Berufschancen der Kölner Absolventinnen und Absolventen sind erfahrungsgemäß günstig. Viele in Köln – und auch außerhalb – ansässige Unternehmen und große Anwaltskanzleien suchen ihren juristischen Nachwuchs unter den ehemaligen Studierenden unserer Fakultät.

Es ist daher alles andere als erstaunlich, dass die Kölner Rechtswissenschaftliche Fakultät bei Studieninteressenten überaus beliebt ist – die Bewerberzahlen übersteigen die Kapazität oft um ein Vielfaches, so dass eine Auswahl notwendig ist. 

Was ist "Rechtswissenschaft"?

Wer kennt das nicht?
Regal gekauft, im viel zu kleinen Auto nach Hause transportiert und in die vierte Etage getragen (selbstverständlich ohne Aufzug). Ausgepackt, Anleitung  gelesen, aufgebaut…

Schrauben fehlen! Am nächsten Tag zurück zum Möbelhaus.
Wieder zuhause… Geburtstagsgeschenk vergessen! Gut, dass es die  Wunsch-CD im Internet zum Herunterladen gibt. Der Provider erlaubt vierfaches Brennen; also gleich zweimal: für das Geburtstagskind und für den Eigenbedarf.

Zwei ganz gewöhnliche Situationen, die aber trotz ihrer scheinbaren Alltäglichkeit schon durchsetzt sind mit juristischen Fragestellungen.

Fast jede Lebenssituation ist irgendwie von Gesetzen oder anderen Rechtsnormen geprägt, ohne dass wir das normalerweise merken. Erst wenn es zum Streit kommt (Muss ich die fehlenden Schrauben extra bezahlen? Umfasst die Erlaubnis, Musikdateien viermal zu brennen, die Vervielfältigung für mehr als eine Person?) überlegt man sich, wie man entscheiden kann, wer „Recht“ hat. Dafür sind dann die Juristen zuständig.

Das Studium der Rechtswissenschaft soll in die philosophischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen unseres heutigen Rechtssystems einführen und außerdem und vor allem die Fähigkeit vermitteln, mit den vielen Gesetzen, Verordnungen und anderen Rechtsnormen vernünftig umzugehen. Nur wer diese Fähigkeit besitzt, kann beispielsweise in einem der klassischen juristischen Berufe als Richter, Rechtsanwältin oder Jurist im höheren Verwaltungsdienst erfolgreich tätig sein.

Voraussetzungen

Für ein erfolgreiches Studium der Rechtswissenschaft ist der sichere Umgang mit der deutschen Sprache in Wort und Schrift unabdingbar. Wichtig ist auch die Fähigkeit zu logischem und abstraktem Denken. Angehende Juristen sollten zudem über soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft, Selbstdisziplin und Zielstrebigkeit verfügen.

 

Studienaufbau

Das Studium gliedert sich in das Grundstudium und das Hauptstudium, die jeweils auf vier Semester angelegt sind.
Das Grundstudium führt in die Pflichtfächer Zivilrecht, Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Strafrecht ein, wobei auch die internationalen, wirtschaftlichen und politischen Bezüge des Rechts berücksichtigt werden. Das Hauptstudium dient der Ergänzung und Vertiefung des Stoffes sowie insbesondere der Vorbereitung auf die staatliche Prüfung in den genannten Pflichtfächern. Im Hauptstudium wählen die Studierenden außerdem einen Schwerpunktbereich, in dem sie sich spezialisieren möchten (z. B. „Staat und Verwaltung“ oder „Geistiges Eigentum und Wettbewerb“).
Unsere Fakultät bietet hier mit insgesamt 14 Schwerpunktbereichen ein Angebot, das sich in dieser Vielfalt und Differenziertheit an kaum einer anderen deutschen Universität findet.

  • Unternehmensrecht
  • Rechtspflege und Notariat
  • Geistiges Eigentum und Wettbewerb
  • Bank-, Kapitalmarkt- und Versicherungsrecht
  • Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Versicherungsrecht, Medizinrecht und Gesundheitsrecht
  • Internationales Privat-, Wirtschafts- und Verfahrensrecht
  • Rechtsentwicklungen in der Moderne
  • Staat und Verwaltung
  • Völker- und Europarecht
  • Steuerrecht und Bilanzrecht
  • Religion, Kultur und Recht
  • Medien- und Kommunikationsrecht
  • Kriminologie, Jugendkriminalrecht, Strafvollzug
  • Internationales Strafrecht, Strafverfahren, praxisrelevante Gebiete des Strafrechts

Qualifikation

In der vorlesungsfreien Zeit absolvieren die Studierenden zwei Praktika von insgesamt drei Monaten. Um der zunehmenden Globalisierung gerecht zu werden, wird außerdem der Besuch einer fremdsprachigen Lehrveranstaltung gefordert.
In praxisorientierten Veranstaltungen erwerben die Studierenden sog. Schlüsselqualifikationen, wie z. B. juristische Rhetorik, die für den Arbeitsalltag eines Juristen besonders wertvoll sind.

 

Abschluss und Zukunftsperspektiven

Das Studium der Rechtswissenschaft wird mit der ersten Prüfung abgeschlossen.
Sie besteht aus einer universitären, studienbegleitenden Schwerpunktbereichsprüfung und einer staatlichen Pflichtfachprüfung, die vor den Justizprüfungsämtern bei den Oberlandesgerichten abgelegt wird.
Auf die erfolgreiche erste Prüfung folgt der zweijährige Vorbereitungsdienst (sog. Referendarzeit), der die Teilnehmer durch verschiedene Ausbildungsabschnitte bei Gericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltung und Anwaltschaft führt. Der Vorbereitungsdienst wird mit der zweiten juristischen Staatsprüfung abgeschlossen. Wer sie besteht, erlangt die „Befähigung zum Richteramt“, die eine Tätigkeit nicht nur als Richter, sondern auch als Rechtsanwältin, Staatsanwalt oder Juristin im höheren Verwaltungsdienst ermöglicht. Für eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft ist die zweite juristische Staatsprüfung demgegenüber nicht zwingend erforderlich; sie wird aber häufig gewünscht.

Kurzinfo

Regelstudienzeit:
9 Semester

Beginn:
Sommer- und Wintersemester

Voraussetzungen:
Sicherer Umgang mit der deutschen Sprache

Anforderungsprofil:
Allgemeine Hochschulreife

Unterrichtssprache:
Deutsch

Kombinierbarkeit:
Vollzeitstudium

Abschluss:
Erste Prüfung

Informationen und Beratung

Weitere Informationen und Beratungen erhalten Sie im Studien- und Karriereberatungszentrum der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Informationen des Justizministeriums

Das Justizministerium hat eine Reihe von Lehrbriefen zusammengestellt, die weitere Informationen über das Studium der Rechtswissenschaften enthalten.

Die Briefe an Passionara.